Cholezystektomie im Jahr 1985

Januar 31, 2026 - Lesezeit: 6 Minuten

1985 wurde die erste laparoskopische (minimal-invasive) Cholezystektomie im Böblinger Kreiskrankenhaus von Prof. Dr. med. Erich Mühe durchgeführt und der Eingriff revolutioniert. Von seinem selbst entworfenen "Galloskop" bis hin zu den Weck Reynolds Pistolengriffinstrumenten gab es viele Erneuerungen, die diesen Eingriff möglich machten. 

Aufgelistet stehen hier alle chirurgischen Instrumente, die bei diesem Eingriff verwendet wurden. Abgesehen vom Laparoskop, der Pistolengriffschere und des Pistolengriff(Hämoclip)-Applikators, dessen Fotos die tatsächlichen Instrumente zeigen, die bei diesem Eingriff genutzt wurden, gibt es keine Gewähr, dass die anderen Instrumente die exakt bei dieser OP verwendetet widerspiegeln, dennoch stimmen die Merkmale mit ihnen überein. 

Skalpell 

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/U475FRBJTCGQLTOVSRJLHKWSXUFLJ7TS 

Das Skalpell wurde für die Hautschnitte am Bauch verwendet und besteht aus aus rostfreien Stahl. Primär wurde es in den 1970er und 1980er Jahren verwendet. 

Laparoskop (Galloskop)

Abbildung 4.

https://cdn.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/blobs/d9c0/3015420/eaec6a2a48c5/jsls-5-1-89-g04.jpg 

Dieses Laparoskop ist eine spezielle Anfertigung, die von Erich Mühe konstruiert wurden ist. Er schenkte diesem Instrument den Namen "Galloskop". Es besteht aus rostfreiem Stahl, hat Ventile und Kanäle zum Einführen von Instrumenten, eine Linse um die Bauchhöhle zu sehen und eine Seitenansicht. Das Laparoskop ist damit eines der wichtigsten Instrumente bei diesem Eingriff und ermöglicht ein minimal-invasives Vorgehen. 

Mehrere Pistolengriffinstrumente (Zangen, Greifer, Scheren...)

Abbildung 2.

https://cdn.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/blobs/d9c0/3015420/e0315ff43553/jsls-5-1-89-g02.jpg

Diese verschiedensten Pistolengriffinstrumente worunter Zangen und Greifer sind, wurden von Edward Weck & Co. einer Firma (in den USA),bekannt für Rasierklingen und Taschenmesser, für den Gynäkologen Walker Reynolds gefertigt und von diesem entworfen. Sie bestehen aus rostfreien Stahl und wurden nach erster erfolgreichen Anwendung auch in Deutschland etabliert, wo Erich Mühe sie für seine laparoskopische Cholezystektomie nutzte. Pistolengriffe werden bis heute genutzt, nur die Fertigungen sind präziser.

Clip-Applikator und Schere

Abbildung 1.

https://cdn.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/blobs/d9c0/3015420/8a2d5bdb6ae3/jsls-5-1-89-g01.jpg 

Auch dieses, ebenfalls von Edward Weck & Co., gefertigte Instrument besteht aus rostfreiem Stahl. Die Funktionsweise des Clip-Applikators ähnelt der des heutigem, die Clips befinden sich in einer Hülse beziehungsweise Patrone und werden durch zusammenziehen des Griffes an die gewünschte Stelle "geschossen". Was sich nicht ganz verfolgen lässt, ist, ob die Clips mit Titan legiert wurden, wie es heute gemacht wird. 

Die Pistolengriffscheren waren in den 1980er Jahren schon zu großen Teilen atraumatisch. Ob diese von Erich Mühe verwendete Schere ebenfalls dieses Merkmal trug, ist nicht konkret festgehalten, man kann aber aufgrund der abgerundeten Spitzen, die man auf der Zeichnung im vierten Bild sieht, davon ausgehen, dass auch die verwendete Schere einen atraumatischen Charakter hatte. 

Bergebeutel 

 

https://www.laparoscopyhospital.com/articlepdf/tb/Tissue-Retrieval-Technique.pdf 

Die Bergebeutel bestanden aus einfachen Kunststoffen und wurden oft auch einfach mit Latex Handschuhen ersetzt, die man oben zusammenschnürte und damit ein austreten von jeglichen Flüssigkeiten verhindern wollte. Heute sind diese Bergebeutel schon sehr viel ausgeklügelter und bestehen aus einem hochwertigerem Kunststoff, der reißfester und somit besser geeignet für die Isolation der entnommenen Gallenblase sorgt. 

Hinweis

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